NaturFreunde Lorsch e.V.

- Berg frei -

Riesenbärenklau in Lorsch:

Invasive Pflanzen - eine Gefahr für uns alle!

Immer mehr Tiere und Pflanzen werden durch den Menschen aus ihrem Verbreitungsgebiet verschleppt - ob bewusst oder unbewusst. Manche Arten verdrängen Einheimische oder lassen sogar ganze Ökosysteme kippen – das muss man natürlich erkennen und frühzeitig eingreifen.

Aber eine Sache ist schon jetzt klar: Am besten ist es, wenn wir uns selbst um die Beseitigung solcher gefährlicher Pflanzenbestände kümmern, bevor sie sich noch weiter ausbreiten können. Dafür ist freiwilliges, ehrenamtliches Engagement unverzichtbar. Wer uns dabei tatkräftig unterstützen kann sollte sich bitte mit uns  in Verbindung setzen.

Bericht für 2015:

Bärenklaubestand (Herkulesstaude) in Lorsch, nahe an Wohngebiet. Stand: 15. Juli 1915:

Stauden kurz vor dem Aussamen (Die Dolden einer einzigen Pflanze können bis zu 80.000 Einzelblüten enthalten und bis zu 15.000 Früchte (Doppelachänen mit jeweils zwei Samen) ausbilden.Quelle: Wikipedia).


Alle Fotos: © Rainer Koob


Dieser Bestand wurde von einem Mitglied der NaturFreunde Lorsch e. V. in Eigeninitiative beseitigt.

Nun ist eine Kartierung und weitere Behandlung im Frühjahr unabdingbar damit die Ausbreitung noch gestoppt werden kann.

An anderen Stellen in der Umgebung sind vergleichbare Arbeiten dringend notwendig!


Heracleum mantegazzianum (Riesen-Bärenklau)
Biologie
• 2-5 m hohe Staude; Blätter bis 1m lang; mächtige Pfahlwurzel.
• Kurzlebige Pflanze; Vermehrung ausschließlich durch Samen.
• Ausbreitung durch Wind (nicht mehr als 100 m weit) und Wasser.
• Das Berühren der Pflanze kann zu heftigen Hautreaktionen führen.

Verbreitung
• Erste Einführung als Zierpflanze; anschließend Verwilderung mit starker Zunahme der Fundorte.
• Bewusste Ausbringung durch Imker.
• In Deutschland weit verbreitet; es ist mit einer weiteren Ausbreitung zu rechnen.
• Besonders vorzufinden an Flüssen und Bächen; weiterhin auf Acker- oder Wiesenbrachen, in Parkanlagen und an Verkehrswegen.

Auswirkungen
• Hoher Wuchs und der Aufbau dichter Bestände verändern auffällig das Landschaftsbild. Das größte Problem ist die phototoxische Wirkung, die ihn zu einer Gefahr für die menschliche Gesundheit macht.

Maßnahmen
• Der Riesen-Bärenklau gehört zu den am stärksten bekämpften Neophyten; in den meisten Fällen blieben die Maßnahmen erfolglos.
• In Gebieten mit starkem Vorkommen ist die vollständige Ausrottung kein realistisches Ziel.
• Wo die Gefahr des Kontaktes von Menschen gegeben ist, sollten Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.
• Information der Öffentlichkeit: weiteres Ausbringen verhindern und vor dem Kontakt mit der Pflanze warnen.
• Einzelpflanzen oder kleine Bestände können im Frühjahr/Herbst ausgegraben und durch Abstechen der Wurzel abgetötet werden. Auch Mahd oder das Abschneiden des Blütenstandes zu Beginn der Fruchtreife (Ende Juli) kann die
Pflanzen zum Absterben bringen.
• Herbizide auf Glyphosat-Basis sind gegen Bärenklauwirksam. Für Herbizidanwendungen außerhalb land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen ist eine Genehmigung der Naturschutzbehörde notwendig.

(Quelle: https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/presse/10-02-Invasive%20Arten_Anlage-2_selbstverpflich_1.pdf)

Bericht für 2016:

Dieser wohnortnahe Bestand des Riesenbärenklaus wurde zusammen mit dem angrenzenden Feld umgepflügt. Daher war er zunächst einige Zeit optisch nicht mehr zu erkennen. Allerdings ist diese Pflanze enorm widerstandsfähig und genau auf solche Schädigungen eingestellt. Es steht daher zu erwarten, dass sich der Bestand schnell erholen wird und sich weiter ausbreitet.

Bericht für 2017:

Wie bereits prognostiziert ist der Bestand inzwischen wieder im starken Wachstum und in der Ausbreitung begriffen. Er konnte sich (Stand 18.5.2017) deutlich entlang eines Baumbestandes in Feldrandnähe Richtung Osten hin um gut 30 Meter erweitern. Qualifizierte Gegenmaßnahmen erscheinen aus unserer Sicht als dringend notwendig. Die Vermehrung erfolgt exponentiell!

Aktuelle Fotos:

Dieser Bestand wird bis zum Juli 2017 ein Höhe von etwa 3,00 Metern erreichen können. Jede der Stauden kann dann bis zu 15.000 Früchten aussäen!



Im Jahr 2015 wuchs an der gleichen Stelle erst eine einzige Staude des Riesenbärenklaus. Jetzt erkennt man deutlich, dass es sich um ca. 20-30 Stauden handeln dürfte. Was steht hier erst im nächsten Jahr?


Weiterführende Informationen der NaturFreunde Deutschlands und der NaturFreunde Österreichs zum Thema finden sich unter:

https://www.naturfreunde.de/krieg-gegen-die-aliens-ii

https://www.naturfreunde.de/praeventions-und-bekaempfungsmassnahmen-gegen-invasive-neophyten

http://umwelt.naturfreunde.at/files/uploads/2016/05/NFOE_Factsheet_NEOPHYTEN_FINAL.pdf